„Mit geschlossenen Reihen sind wir imstande, vieles zu bewegen“

Geschätzte Generalstabsoffiziere, liebe Kameraden

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KKdt André Blattmann – Zum Jahresende 2016 erhält der scheidende CdA auf unserem Blog noch einmal „Carte Blanche“ (Bild: ASTAB)

Es ist mir ein Anliegen, Ihnen für Ihre permanente und grosse Unterstützung in den vergangenen Jahren zu danken. Wenn ich zurückblicke, dann stelle ich fest, dass es uns gelungen ist, in verschiedenen Bereichen markante Verbesserungen zu erzielen. Konkret handelt es sich um Verbesserungen in den Bereichen Einsätze, Bereitschaft, Ausrüstung, Ausbildung, Finanzen, Bestand und Resultate der Studie Sicherheit der ETH Zürich. Lassen Sie mich das kurz ausführen.
2008 hat man punkto Einsätze von „schützen – retten – helfen“ gesprochen, Verteidigung war kein Thema. 2016 ist klar, dass die Armee kämpfen, schützen und helfen können muss; 2008 war Mobilmachung kein Thema, mit der WEA führen wir ab 1.1.2018 die Miliz mit hoher Bereitschaft ein; 2008 hatten wir grosse Lücken in der Ausrüstung, mit der WEA kommt die Vollausrüstung für Einsatzverbände; 2008 hatten die Milizkader keine praktische Führungserfahrung, mit der WEA machen wieder alle eine vollständige RS und verdienen den zuletzt erworbenen Grad ab; 2008 lag das Budget unter 4 Milliarden Franken, 2016 hat das Parlament ein Budget von 5 Milliarden pro Jahr gesprochen; heute liegt der Bestand der aktiven AdA bei 129‘000, mit der WEA werden es 140‘000 sein müssen; und schliesslich haben 2008 laut der Studie Sicherheit der ETH Zürich 69% der Schweizerinnen und Schweizer die Armee als notwendig bezeichnet, 2016 waren es 84%.

Die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere hat auch einen erheblichen Anteil daran, dass es nicht zu einem Referendum über die WEA gekommen ist. Und für mich ist auch klar, dass der intensive Austausch mit unseren militärischen Milizorganisationen nachweislich zu besseren Lösungen führt. Auch Sie haben sich fundiert mit eingebracht, konstruktiv mitgearbeitet und berechtigte Forderungen gestellt. Dank Ihnen haben wir viel erreichen können.
Und das ist vielleicht die bedeutendste Erkenntnis. Alleine bewirkt man kaum etwas. Gemeinsam und mit geschlossenen Reihen aber sind wir imstande, vieles zu bewegen.

Darum lade ich Sie, sich weiterhin und unter den aktuellen Umständen erst recht mit Disziplin, Können, Engagement, Führungsstärke, Durchsetzungswillen, Bescheidenheit und dem nötigen Vertrauen für die Leistungserbringung der Armee zugunsten von Land und Leuten einzusetzen.

Schauen Sie hin, nehmen Sie Einfluss. Das ist vor allem Knochenarbeit und insbesondere keine Beliebtheitskür. Doch der Einsatz lohnt sich.

Vergessen wir bei allem eines nicht: Die Armee ist ein Gesamtsystem. Das Verfolgen von Eigeninteressen bringt niemandem etwas. Tragen Sie also diesem Gesamtsystem Sorge! Und helfen Sie in diesem Zusammenhang auch in Zukunft mit, der Öffentlichkeit zu erklären, warum anstehende Rüstungsbeschaffungen nötig sind welche Rolle ein bestimmtes System im Gesamtsystem Armee übernimmt.

Auch hier gilt: Der Einsatz lohnt sich.

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, dem designierten Chef der Armee, Divisionär Philippe Rebord, noch einmal ganz herzlich zu seiner Ernennung durch den Bundesrat zum künftigen Chef der Armee zu gratulieren. Ab dem 1. Januar 2017 wird er die Pflicht und das Privileg haben, unsere Milizarmee und damit unsere Bürgerinnen und Bürger in Uniform zu führen. Er wird dabei auf jenen soliden Grundlagen aufbauen können, an denen er bereits seit mehreren Jahren als Mitglied der Armeeführung mitgearbeitet hat.

Ich wünsche mir, dass Philippe Rebord als Chef der Armee ebenso viele bereichernde persönliche Begegnungen haben wird, wie sie mir vergönnt waren; und ich wünsche ihm gutes Gelingen sowie das nötige Soldatenglück.

Ihnen, geschätzte Kameraden, danke ich dafür, dass Sie Korpskommandant Philippe Rebord dieselbe riesige Unterstützung und Wertschätzung gewähren, wie ich es in meiner Amtszeit erleben durfte.

Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und alles Gute für 2017.

KKdt André Blattmann (CdA bis 31.12.2016)

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4 Antworten auf „Mit geschlossenen Reihen sind wir imstande, vieles zu bewegen“

  1. Willy Hartmann sagt:

    Bei aller Sympathie für meinen alten Freund André Blattmann nimmt es mich wunder, wie lange das Schönreden der Leistungsfähigkeit unserer Rumpfarmee noch anhalten wird. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gar keine Armee mehr, die diesen Namen verdient und in der Lage ist, den verfassungsmässigen Auftrag zu erfüllen.
    Wir wollen aus der Geschichte nichts lernen bis es zu spät ist. Deshalb auch kein Lob auf WEA, die man mit der Maulkorbpolitik der ehemaligen und aktiven Berufsoffiziere am Referendum vorbei manövriert hat.

  2. Walter Roth sagt:

    „Mit geschlossenen Reihen“…………….

    Ja sicher schafft man damit vieles, ……… auch die Armee abschaffen oder per WEA darauf vorbereiten …..unterzugehen.

  3. Annasohn Walter sagt:

    Sehr geehrter Herr Korpskommandant Blattmann, Lieber André!
    Ich möchte Dir einfach nur danken für Dein erfolgreiches und hingebungsvolles Engagement zu Gunsten unserer Armee und damit unseres Landes; bei steter Bescheidenheit vorbildlich! – Auf Deinem weiteren Lebensweg wünsche ich Dir zusagende weitere Herausforderungen bei genügend Zeit für Dich und Deine Familie und gute Gesundheit.
    Mit herzlichen Grüssen Oberst i Gst Walter Annasohn, Präsident Vereinigung Berner Division

  4. Mit meinem etwas späten Dankeschön an André Blattmann, der kein Blender dafür ein stiller Schaffer war, möchte ich nochmals festhalten, dass so wie nicht nur für mich die WEA ein Zwischenschritt darstellt d.h. diese erachte ich – daher meine Unterstützung der WEA, – als Grundlage und Chance zugleich, um nun zügig durch weitere Schritte endlich wieder eine kampfkräftige Armee zu schaffen, die ihren Namen verdient und auch wieder dissuasiv (nicht etwa ein veralteter Begriff, vielmehr wichtiger denn je!) wirkt!
    Wünsche mir dass der neue CA (wohl Gast am 15.02.2017) aber auch das neu zu wählende Vorstandsmitglied Br Vögeli sich in dieser Weise artikulieren und zielstrebig aktiv in diese Richtung wirken mögen!

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