Aktiver nach aussen auftreten?!

Verschiedene Mitglieder vertreten klar die Ansicht, dass die GGstOf aktiver nach aussen auftreten und sich deutlicher zu den aktuellen Problemen äussern soll. Obwohl sich erst wenige über Blog-Beiträge zu dieser Öffnung der GGstOf geäussert haben, kommt das Thema doch auch in persönlichen Gesprächen immer häufiger zur Sprache. Der Kreis der Besorgten, die das unseriöse Spiel rund um unsere Armee satt haben, wächst. Und die Kritik richtet sich mehr und mehr an die Adresse der Landesregierung und der verantwortlichen  Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentarier.

Es gilt folgendes zu bedenken:

  • Die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere (GGstOf) als Alumni-Verein der Generalstabsschule hat gemäss ihren Statuten eine andere Zielsetzung als zu aktuellen Armeeproblemen Stellung zu nehmen. In diesen militärpolitischen Sachfragen ist vornehmlich die SOG in der Pflicht.
  • Die GGstOf hat sich bis heute auf den Teilaspekt der Kadergewinnung konzentriert, insbesondere der Generalstabsoffiziere. Mit der anfangs September publizierten Schrift „Die Zukunft der Miliz im Korps der Generalstabsoffiziere“ (vgl. http://ggstof.ch/zukunftmiliz) wurde dieser Teilaspekt ausführlich beleuchtet. Der Vorstand wird die Umsetzung der in der Schrift abgegebenen Empfehlungen verfolgen und den Mitgliedern Bericht erstatten. Ein enger Kontakt zur Armeeführung besteht. Die Arbeiten laufen aber primär im Hintergrund ab, sind jedoch bereits initialisiert (siehe separater Bericht).
  • Sind die Gst Of (Mitglieder der GGstOf oder NICHT-Mitglieder) aber klar der Ansicht, dass die generalstabsinternen Herausforderungen gegenüber jenen der ganzen Armee zurückzustehen haben, dann ist dies eine neue Lage. Wie aGSC Heinz Häsler in seinem Kommentar sagt: Sich mit den eigenen Problemen beschäftigen könnte nutzlos werden, wenn in der Zwischenzeit die Milizarmee kaputt gemacht worden ist.

Mit anderen Worten:

Nehmen Sie zu dieser Frage Stellung! Treten wir vermehrt nach aussen auf, nehmen wir Stellung zu militärpolitischen Fragestellungen (z.B. zum SIPOL B 2010, zum Armeebericht 2010 oder dem Ansinnen der SiK Ständerat, wonach bis Ende März 2011 drei zusätzliche Armeen detailliert entworfen sein müssen)?

Wenn ja, werden wir uns alle unter Leitung des Vorstands überlegen müssen, WIE das umgesetzt werden soll. Bekanntlich ist auch der Vorstand eine Milizorganisation. Wir sind also auf eine handfeste Unterstützung aus dem Kreis der Mitglieder angewiesen.

Falls das Echo in dem Sinne positiv ist, dass die Generalstabsoffiziere (als die militärisch bestausgebildeten Kader unserer Armee!) um der Sache willen ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen und die mediale Zurückhaltung aufgeben wollen, dann wird sich später die Frage einer Anpassung des Zweckartikels der heutigen Statuten stellen. Die aktuelle Version lässt aber in der Zwischenzeit genug Luft, um die eine oder andere Aktion starten zu können.

Die Umfrage ist geschlossen. Hier das Resultat:

  • 50x/25%: Konstruktive Mitarbeit im Hintergrund (Beiräte, Arbeitsgruppen)
  • 34x/17%: Stellungnahme zum Armeebericht
  • 31x/16%: Stellungnahme zum SiPol B
  • 45x/23%: Lobby-Arbeit bei (SiPol) Parlamentarier
  • 30x/15%: Redaktionelle Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften
  • 6x/3%: Medienkampagne (Inserate)
  • 1x/1%: Sie soll sich nicht dazu äussern
Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Armee, GGstOf, Öffentlichkeit, Projekte, Vorstand abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Kommentare zu Aktiver nach aussen auftreten?!

  1. Oberstlt i Gst Frigo sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Es ist in der Tat schlimm, was sich hier die Landesregierung und nur diese ist im Visier, leistet. Offensichtlich ist die Armee, die Sicherheit des Landes, die Information der Bevölkerung in diesem Bereich kein Focus der Landesregierung. Schlimmer, anstatt nichts zu sagen und im Stillen zu planen, lässt man das Department VBS ständig Meldungen herausgeben, die die Menschen verwirren und viel Glaubwürdigkeit kosten; Glaubwürdigkeit, die von Hunderten von Generalstabsoffizieren in Tausenden von Diensttagen aufgebaut wurde. Um Wirkung zu erzielen, muss sich die Kritik zwingend an die verantwortliche gesamte Landesregierung wenden.

  2. Martin Wohlfender sagt:

    Danke für den unmissverständlichen Aufruf, dass jeder von uns Offizieren einen Beitrag zu leisten hat. Blosses zahlen des Mitgliederbeitrages und Delegation der Verantwortung an den Vereinsvorstand gilt nicht mehr.
    Auch das pauschale Kritisieren des Armeeberichtes bringt wenig, wie auch die polemische Diskussion um die „Molankegelarmee“ (Hilfspolizei) nicht weiter hilft. Die von der Politik formulierten Handlungsrichtlinien verunmöglichen eine strukturierte Lagebeurteilung. Insbesondere das verpasste finanzielle Korsett zwingen zu Sofortmassnahmen, Sofortmassnahmen die entgegen der Definition in der TF zu einer Präjudizierung des Entschlusses führen.
    Das Übel muss an der Wurzel bekämpft werden. Es muss Grundlagenarbeit in der Politik geleistet werden. Sicherheitspolitik muss wieder zu einem Thema werden und darf nicht den extremen Ideologen überlassen werden. Unser Beitrag soll minimal in der Ausbildung der armee- und sicherheitspolitisch weniger Gebildeten liegen.

  3. Oberst i Gst Rudolf Gerber sagt:

    Ja, das müssen wir unbedingt, aktiver nach aussen auftreten. Wir müssen aber auch Klartext reden. Wem haben wir das Desaster zu verdanken?
    Der SVP und ihrem ehemaligen Parteipräsidenten und jetzigen Bundesrat Ueli Maurer!.

  4. Der Landesregierung und einer überwiegenden
    Mehrheit an Parlamentariern(innen) geht es in einer Vierjahresperiode um die eigene Wahl. Dem Bedürfnis der Wiederwahl wird Geschichte und Zukunft unseres Landes untergeordent. In der Folge und Konsequenz davon werden über Jahrzehnte nach innen und gegen aussen Errungenschaften an Sicherheit, Wohlbefinden und Wohlfahrt dem eigenen Bedürfnis geopfert, ohne Rücksicht auf Verluste für Generationen nach uns. Das kann sich Exekutive und Legislative in der gegenwärtigen geostrategischen Lage an Bedrohungen leisten. Was und wen kümmert schon, was in dreissig Jahren ist? Was und wen kümmert schon die Zukunft in Respektierung der Vergangenheit? Was und wen kümmert schon historisch begründ- und erklärbare Kontinuität? Das wäre doch ein Schritt nach hinten und jeder Wahl innerhalb von vier Jahren abträglich. Das eigene Ich steht in der dominierenden Wohlfahrt über allem. Zusammenrücken soll man in schlechten Zeiten, auch wenn dann Strukturen und Mittel sträflich vernichtet worden sind. Die Geschichte hat dies geschrieben, was und wen kümmert das? Zurzeit niemanden.

  5. Oberst i Gst Thomas Weber sagt:

    Im historischen Kontext ist klar, was sich ereignet: Die unsägliche „Friedensdividende“ wird erneut rücksichtslos ausgeschüttet, so dass die Armee beim nächsten Ernstfall, wie bereits 1918 und 1939, nicht bereit sein wird. Dies dem heutigen Departementschef anzulasten ist eine viel zu billige parteipolitische Optik. Der Erosionsprozess läuft seit 1990 ab und wird erst bei erhöhter, für jedermann wahrnehmbarer Bedrohung wieder umkehren.
    Zur Frage des Auftretens der GGstOf in der Öffentlichkeit: Nein. Dies ist Sache der SOG, die diesen Auftrag im übrigen sehr gut erfüllt. Die GGstOf soll im Sinne der Konzentration der Kräfte die SOG unterstützen und ihr bei Bedarf ergänzende Argumente liefern.

  6. André Zumstein sagt:

    Die GGstOf soll sich (vorerst) nicht direkt an die Öffentlichkeit wenden und vor allem die SOG unterstützen. Es besteht die Gefahr Zersplitterung der Kräfte durch den Auftritt von vielen Kleingruppen (Giardino und andere) die die gleichen Ziele der Erhaltung und Entwicklung unserer Armee verfolgen. Die Öffentlichkeit, die sich weniger mit Armeebelangen befasst, sollte sich bei einer kompetenten Stelle ausserhalb der Verwaltung (Miliz)orientieren können.
    Die GGstOf muss für diese Unterstützung nicht in die SOG integriert oder aufgenommen werden. Als „Freelancer“ kann sich die GGstOf bestens einbringen.
    (Übrigens: mit Jammern über die Leistungen unserer Parlamentarier und Bundes-Exekutive und ständigen Schuldzuweisungen werden wir nicht besser;wir sollten uns um die Entwicklung von Visionen und deren Umsetzung kümmern.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.