Gedanken zum Jahreswechsel

Das Jahr 2013 geht langsam zu Ende – Zeit, einen Augenblick inne zu halten und einen Blick zurück zu werfen.

Militärpolitisch standen dieses Jahr zwei Themen für die Armee im Vordergrund: einerseits die von der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) lancierte Volksinitiative zur Abschaffung der Allgemeinen Wehrpflicht, andererseits die „Weiterentwicklung der Armee“  (vgl. Erläuternder Bericht vom 26. Juni 2013).

Am 22. September 2013 erteilten alle Stände und über 73% der Stimmenden der Initiative eine deutliche Abfuhr. Dieser Vertrauensbeweis gegenüber unserer Milizarmee ist nicht selbstverständlich. Ein Vergleich mit der Vergangenheit ergibt folgenden interessanten Befund: 1989 fand die Abstimmung zur legendären Armeeabschaffungsinitiative statt. Seither verschwand eine ganze Generation von Stimmbürgern, die noch den zweiten Weltkrieg erlebt hatte und fest zur Armee gestanden war. Im gleichen Zeitraum von rund 25 Jahren wurde mehr als eine halbe Million neue Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz aufgenommen. Diese Tatsache spricht nicht nur für die Integrationsfähigkeit unseres Landes, sondern sie beweist auch die unverändert breite Zustimmung zur Milizarmee mit der Allgemeinen Wehrpflicht! Wie fest die Armee nach wie vor in der Bevölkerung verankert ist, erkennt man im Gegensatz zu früheren Jahren auch an der Politik von Bundesbern. Das Parlament liess sich von der abweichenden Haltung der Landesregierung nicht beeindrucken und beharrte auf seinen Entscheiden, in Zukunft der Armee jährlich 5 Mia. CHF zur Verfügung zu stellen und ein neues Kampfflugzeug zu beschaffen. Dieses breit abgestützte Vertrauen gilt es in Zukunft weiter zu pflegen.

Beeindruckende 176 Stellungnahmen zur WEA wurden gesamthaft nach Bern geschickt. Gemäss Aussagen des Chefs der Armee, KKdt André Blattmann, wecken die geplante reduzierte WK-Dauer und das Leistungsprofil die grösste Skepsis. Zudem wird die Notwendigkeit einer Harmonisierung der militärischen Dienstleistungen mit der Bildungslandschaft immer wieder unterstrichen. Grosser Klärungsbedarf besteht in den Begriffsdefinitionen. Der Begriff „Verteidigung“ als wichtiges Beispiel muss neu umschrieben werden. Augenscheinlich ist, dass die verantwortlichen Planer eine Ausdehnung dieses Begriffs vornehmen, die für den Aussenstehenden schwer nachvollziehbar ist, wenn überhaupt.

Koordiniert mit allen anderen Milizorganisationen liess sich auch die GGstOf deutlich vernehmen und fand Beachtung. Zahlreich waren die Publikationen in den verschiedenen Militärzeitschriften. An dieser Stelle sei all jenen gedankt, die sich persönlich engagiert haben.

In der Zukunft geht es darum, das von Volk und Parlament ausgesprochene Vertrauen zu rechtfertigen und seine Berechtigung unter Beweis zu stellen. Ausbildung und Ausrüstung der Armee müssen verbessert und die Fähigkeit für einen wirksamen Schutz des Luftraumes erhalten werden. Der für 2014 geplanten Abstimmung zur Beschaffung des GRIPEN wird dabei grosse Bedeutung zukommen. An Möglichkeiten, sich zu engagieren, wird es also nicht fehlen, sei es spezifisch als Mitglied der GGstOf oder auch allgemein als interessierter und verantwortungsbewusster Staatsbürger.

Zu guter Letzt noch etwas in eigener Sache: Mit dem Jahr 2013 stehe ich als Präsident der GGstOf am Ende meines sechsten Jahres. In dieser Zeit wurde aus dem Pflänzchen „GGstOf“ eine durchaus respektable Pflanze. Zusammen mit dem engagierten Vorstand ist es gelungen, aus der ursprünglichen Idee einer reinen Alumni-Organisation der Generalstabsschule eine Organisation zu schmieden, die ihren festen und anerkannten Platz unter den militärischen Milizorganisationen einnimmt. Nun drängt sich aber ein Wechsel auf. Ich habe den Vorstand darüber informiert, dass ich per Vereinsversammlung 2014 als Präsident zurücktreten werde. Es scheint mir angebracht zu sein, dass eine junge, dynamische Gesellschaft von einer jüngeren Kraft geführt wird.

Anfangs des nächsten Jahres wird der Vorstand darüber informieren, wen er den Mitgliedern als meinen Nachfolger anlässlich der Vereinsversammlung vom 13. März 2014 vorzuschlagen gedenkt.

In jedem Fall danke ich bereits jetzt allen, die sich direkt oder auch indirekt zugunsten der GGstOf und ihrer Anliegen eingesetzt haben. Ihr Beitrag half mit, die angestrebten Ziele zu erreichen, wohl bewusst, dass es noch sehr viel zu tun gibt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und auch Ihren Angehörigen eine nicht allzu hektische vorweihnächtliche Zeit, frohe Festtage und später einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ihr
Martin v.Orelli, Div a D
Präsident

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Eine Antwort auf Gedanken zum Jahreswechsel

  1. Tischhauser Heinrich sagt:

    Lieber Martin
    Du hast Deine Sache sehr gut gemacht. Kompliment. Dein Einsatz und Dein Engagement für eine gemeinsame Sache ist nicht selbstverständlich, es zeugt von hohem Verantwortungsbewusstsein und ist getragen von der Überzeugung, das Richtige richtig zu tun. Du hast der Gesellschaft Profil verschafft und die Grundlagen geschaffen, auf denen Deine Nachfolger Gleiches tun können.

    Ganz herzlichen Dank, frohe Festtage und alles Gute für die Zukunft

    Heinrich Tischhauser

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