Generalstabsoffiziersseminare 2012 des CdA

Im November 2012 fanden drei Gst Of Seminare statt (Moudon, Weinfelden, Luzern). Geladen waren vornehmlich jene Gst Of, die noch Militärdienst leisten, aber in keiner OTF Funktion mehr eingeteilt sind. Die Seminarblöcke dauerten jeweils zwei Tage. Am ersten Tag wurden die Teilnehmer durch die Armeeführung über die Weiterentwicklung der Armee (WEA) informiert, am zweiten Tag lag das Schwergewicht beim Thema „Miliz Gst Of“. Einerseits stellte der Kdt Gst Schule, Brigadier Daniel Lätsch, den heutigen Stand der Gst Of Ausbildung über alle Stufen dar, andererseits trugen zwei erfahrene Gst Of, die Gelegenheit hatten, im Ausland Erfahrungen zu sammeln, eine Wertung der Gst Of Ausbildung im Lichte praktischer Einsätze (Ausbildung; Einsätze im Kongo, Kosovo) vor.

Die GGstOf erhielt die Möglichkeit, die Gesellschaft als Alumni-Organisation der Generalstabsschule vorzustellen und die Podiumsgespräche zu moderieren.

Nachfolgend werden einige wesentliche Erkenntnisse aus den Podiumsgesprächen und aus der Sicht des Chefs der Armee dargestellt.

An den Podiumsgesprächen nahmen teil: Kdt Gst Schule, J1 / FST A, ein Brigadekommandant und zwei Vertreter der GGstOf aus Wirtschaft und Politik.

Grundsätzlich war das Podiumsgespräch nach folgenden Themen gegliedert: Junge Kader für die Gst Of Laufbahn GEWINNEN, einmal ausgebildet sie FÖRDERN, später in einem zweiten Karriereteil sie HALTEN.

  • Die Gst Ausbildung ist eine militärische Ausbildung und soll es auch bleiben. Sie kann und will kein „Schmalspur-MBA“ sein.
  • Die Transferleistung aus der Gst Ausbildung ins Zivile ist Sache der Teilnehmer selber. Folgende Elemente aus der Gst Ausbildung sind im Zivilen von hohem Nutzen: komplexe Probleme strukturiert anpacken, unter Zeitdruck brauchbare Lösungen erarbeiten, persönliche Arbeits- und Präsentationstechnik verbessern.
  • In einer ersten Phase nach der Grundausbildung gehören die jungen Gst Of den Brigaden/Ter Regionen. Dort sammeln sie die ersten Erfahrungen als Stabsangehörige. Spätestens nach dem Bat/Abt Kdo bzw. der Übernahme einer USC-Funktion stellt sich die Frage nach einer adäquaten Weiterverwendung. Hier bedarf es einer Steuerung durch die Stufe Armee, um sicherzustellen, dass auch deren höhere Stäbe (FST A, HEST, Astt) genügend geeignete Gst Of erhalten.
  • Dabei aber spielt die „militärische Heimat“ (der ursprüngliche Gs Vb) eine entscheidende Rolle. Man fühlt sich besonderes einem Verband zugehörig.
  • Immer mehr wird es zwingend, einen engen Kontakt zwischen den zivilen Arbeitgebern und den militärischen Kommandostellen sicherzustellen. Die entsprechenden Aussagen der anwesenden Brigadekommandanten waren überzeugend. Nur in enger Absprache zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen gelingt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse aufeinander abzustimmen. Das aber verlangt Engagement, Zeit und auch Geduld. Gelobt werden die in den letzten Jahren von der Armeeführung unternommenen, grossen Anstrengungen, um den Stellenwert einer Offiziersausbildung aufzuzeigen.
  • Ohne Zweifel wurden in den letzten Jahren grosse Fortschritte im Selektionsprozess angehender Gst Of gemacht. Es soll und muss so sein, dass die bestandene Generalstabsausbildung eine Auszeichnung darstellt. Jedes Herabsetzen der Anforderungen wäre fatal. Nur was schwierig zu erreichen ist, hat einen besonderen Wert.
  • Die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit einer fachlichen Begleitung angehender Gst Of Anwärter im Hinblick auf den Eintritt in den GLG I werden unterstützt. Sie sollen gecoacht, methodisch angeleitet, nicht aber bemuttert werden. Dabei spielt die Selbstverantwortung eine grosse Rolle.
  • Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben der Kommandanten – wie auch von zivilen Vorgesetzten –, High-Potentials unter den Kaderangehörigen aller Stufen rechtzeitig zu erkennen und diese zu fördern, auch im Hinblick auf einen Einsatz ausserhalb des eigenen Verantwortungsbereichs. Die Selektion beginnt indessen bereits bei der Rekrutierung. Hier geht es darum, das Potenzial von Maturanden besser zu erkennen und zu nutzen.

Am Schluss der Gst Of Seminare unterstrich der CdA u.a., dass

  • die Notwendigkeit einer zentralen Steuerung des Einsatzes der Gst Of für die Verwendung auf Armeestufe anerkannt ist. Hier besteht Handlungsbedarf. Erste Aufträge an das Personelle der Armee sind erteilt;
  • der Bedarf an einer breiteren operativen Schulung innerhalb der Ausbildung zum Generalstabsoffizier eine Notwendigkeit ist. Abgestützt auf das weit gefächerte Wissen und Können all jener Berufsoffizier, die eine solche Ausbildung im Ausland erhalten haben, soll diese Herausforderung angepackt werden.

Fazit aus der Sicht der GGstOf:

  • Verbunden mit den Erfahrungen aus den Gesprächen mit den SC Gs Vb bzw Chefs von Astt gelang es uns, einige wichtige Themen zur Sprache zu bringen. Der CdA hat ein offenes Ohr für sachlich gerechtfertigte Anregungen.
  • Zudem zeigten diese verschiedenen Aktivitäten einen angenehmen Nebeneffekt: in den letzten Wochen konnte ein durchaus bemerkenswerter, erneuter Mitgliederzuwachs verzeichnet werden. Danke an alle, die dazu beitrugen!
  • Nicht zu überhören war eine Kritik aus der Miliz, wonach sich die GGstOf noch allzu sehr zurückhalte. Sie könne noch markanter zu aktuellen Themen Stellung nehmen. Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl!
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2 Antworten auf Generalstabsoffiziersseminare 2012 des CdA

  1. Heinz Häsler Kkdt a D sagt:

    Es verwundert, dass in den Seminaren – gemäss Ihren Angaben – keine wehrpolitischen Themen behandelt wurden.
    Wie steht es z B mit der Initiative der GSOA für die Aufhebung der Allgemeinen Wwehrpflicht? Wenn diese angenommen wird, dürften sich jegliche Diskussionen über Aufgaben, Ziele und Organisation der Gst Of wohl erübrigen.
    Etwas mehr Arbeit mit aktuellen, lebenswichtigen Themen unserer Milizarmee könnte nicht schaden. Die GSOA bearbeitet sie nämlich erstprioritär seit Monaten.

  2. Heinrich Tischhauser sagt:

    Die Aufforderung, Generalstabsoffiziere sollen sich vermehrt der GSOA Initiative annehmen, wird vielerorts stipuliert. Wenn Generalstabsoffiziere das in ihrem Zivilleben wahrnehmen können, umso besser. In Seminarien das zu tun, verfehlt die Wirkung, der Prozess ist politisch. Wir müssen uns auf das letzte Wort der Bürgerinnen und Bürger verlassen, können wir das nicht mehr, helfen auch Seminarien Weniger nicht weiter. Das Primat der Politik gilt uneingeschränkt über alle Institutionen, ausser der Rechtssetzenden. Bis dato war darauf Verlass.

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