Militärdienstpflicht erfüllen – aber wie?

Der Sicherheitspolitische Bericht 2010 und der Armeebericht sind erschienen und unterliegen der öffentlichen wie der parlamentarischen Diskussion. Wie auch immer das Ergebnis der kontroversen Debatte ausfällt, die Ressourcen der Armee werden knapper, die personellen alleine schon wegen der Abnahme der Anzahl Dienstpflichtiger.

Die Offiziersgesellschaft Winterthur und Umgebung hat sich das ehrgeizige Ziel gesteckt zu ergründen, wie die Armee ihre personellen Mittel am besten nutzen könnte. Sie will nicht rütteln an der allgemeinen Wehrpflicht oder der Milizarmee, sondern auf der Grundlage des Armeeberichtes Ideen – auch scheinbar „ausgefallene“ oder „undenkbare“ – für alternative Dienstleistungsmodelle sammeln und erörtern.

Fragestellungen:

  • Wie bestimmt sich die Grösse einer Milizarmee? Welche Faktoren beeinflussen die zahlenmässige Grösse einer Milizarmee?
  • Ist das Budget bzw. der von der Politik vorgegebene Kostenrahmen eine direkte Einflussnahme auf die Armeegrösse? Verlaufen das Budget und die Armeegrösse parallel?
  • Welchen Einfluss hat die demografische Entwicklung, die uns in den kommenden Jahren voraussichtlich geringere Zahlen an Dienstpflichtigen bescheren wird?

Daten des Veranstaltungszyklus‘:

  • 1. Tagung
    Samstag, 22. Januar, 0930 bis 1400 Uhr
  • Workshop 1
    Montag, 14. März
  • Workshop 2
    Dienstag, 3. Mai
  • Workshop 3
    Dienstag, 28. Juni
  • 2. Tagung
    Samstag, 10. September

Wir begrüssen die Teilnahme von Gst Of an der Diskussion – ob vor Ort oder über Internet.

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4 Kommentare zu Militärdienstpflicht erfüllen – aber wie?

  1. Christoph Grossmann sagt:

    In Workshops sich mehr Zeit zu nehmen, um gewissen Fragen auf den Grund zu gehen und gleichzeitig moderne Medien zu nutzen, um den Kreis der Teilnehmer zu erweiteren, ist zu begrüssen. Die Diskussion kann zeigen, dass Risikosituation, Armeeaufgaben, Anspruch an die Problemlösungsfähigkeit (Doktrin, Bereitschaft, Technologiegrad), Verfügbarkeit von Personal und Finanzen eng miteinander verknüpft sind und sich nur teilweise gegenseitig kompensieren lassen. Es könnte verschiedene Optionen geben, die allenfalls massgeblich davon abhängen, welchen staatpolitischen und militärischen Stellenwert der Miliz eingeräumt wird und welche Problemlösungsfähigkeiten der Souverän vorhalten will. Wehrpflicht rechtfertigt sich, wenn es um für den Staat existenzielle Aufgaben geht, nicht aber, um Kostenwahrheit oder Versäumnisse zu verdecken; der Milizgrundsatz dann, wenn man im Wissen um Vor- und Nachteile den direkten Einbezug des Bürgers auf allen Stufen einer reinen Berufsorganisation vorzieht. Angesichts der geringen Bedrohungssituation demografische Probleme zu reklamieren, entbehrt jeglicher Proportionen. Im Umkehrschluss hiesse das, dass Wehrpflicht und Milizgrundsatz bedingen, dass der Kriegsverhinderung und Verteidigungsfähigkeit ein ausreichend hoher Stellenwert beigemessen werden müsste und im Respekt vor dem souveränen Bürger und seinen unterschiedlichen Präferenzen ausreichende Voraussetzungen für eine glaubwürdige Aufgabenerfüllung bei den verschiedenen Armeeaufgaben geschaffen würden: Im Kleinen durch effiziente Abwicklung von Ausbildungsdiensten und im Grossen dadurch, dass Friedenförderung explizit ausgebaut, subsidiäre Unterstützung beibehalten und eine Verteidigungsfähigkeit mit vollständigen Qualitäten in minimalen (lagegerechten) Quantitäten so gepflegt und weiterentwickelt würden, dass eigenständige Leistungen ebenso wie solche im Verbund möglich wären. Wenn Personal- und Finanzzahlen an den Anfang der Diskussion gestellt werden, ist dies zumeist ein Hinweis darauf, dass der inhaltlichen Diskussion aus was für Gründen auch immer ausgewichen wird. Überlegen wir zuerst, was es an militärischen Fähigkeiten für das Land und die Bevölkerung, für den Erhalt von Freiheit, Leben und Eigentum in Zukunft braucht. Saint-Exupery hat es auf den Punkt gebracht: Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Im Zeitalter weltweiten Wirtschaftens, Handels und Tourismus, frei verfügbaren Mobilfunkes und omnipräsenter Sprach-, Bild- und Videoverbindungen könnte sich auch die Bedeutung staatlicher Werften verschoben haben.

  2. René Koller sagt:

    Genau dieser Auffassung bin ich auch. Es fehlt heute am politischen Willen, die Armee zu finanzieren. Abgesehen davon gibt es die Grünen, Roten und die GSoA, welche sehr intensiv gegen die Armee agitieren. Die bürgerlichen Parteien sind zu Schön-Rednern geworden. Die SVP steht wohl für eine starke Armee ein. Aber wenn es um die Finanzierung geht, sind sie am Sparen…

  3. Christoph Grossmann sagt:

    Immerhin hat die FDP einen deutlichen Jubiläumsbrief an den C VBS geschrieben. Wenn nun ihre Parlamentarier ebenso akkurat an der inhaltlichen Lösung arbeiten, sind wir einen Schritt weiter.

  4. Charles Ott sagt:

    Sicher sind heute mehr Linke und Grüne vorhanden, welche sowieso gegen die Armee sind, weil sie eben eine strenge Organisation will. Die Armee wäre durch sie nicht gefährdet, wenn die Bürgerlichen effektiv für die Armee einstehen würden. Leider tun sie das nicht, auch wenn die wirtschaftliche Situation günstig wie heute ist. Man will leider immer mehr verdienen, siehe Bänker-Boni, auch wenn dies weder nötig noch am Platz ist. Wir müsssen einfach insistieren, einem für die Aufträge normal finanziertes Budget zuzustimmen, denn unser Wohlstand und unsere Sicherheit hängen von der polizeilich und militärisch sichergestellten Sicherheit ab.

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