Militärdoktrin der Schweizer Armee: Stand der Arbeiten und Perspektiven

ArmeeDie Militärdoktrin hat, zusammen mit ihren Arbeitsgruppen, die Arbeiten zur Umsetzung des Armeeberichts 2010 begleitet. Heute verfügt die Armee für jeden der drei Aufträge resp. für jede der drei Aufgaben, die ihr gemäss Bundesverfassung und Sicherheitspolitischem Bericht zugewiesen sind, über eine aktuelle Doktrin. Demnächst wird die Gesamtheit der Überlegungen den Planungsverantwortlichen in kompakter Form als Doktringrundlagen 16 (DG 16) und später der Truppe in Form einer neuen Generation von Füh­rungsreglementen zur Verfügung gestellt werden.

Auf Anregung und unter tatkräftiger Mithilfe der GGstOf wurde der Beitrag aus der Military Power Revue (MPR) I/2013 (PDF – français, p 27 et suite) ins Deutsche übersetzt und in der letzten MPR II/2013 (PDF) publiziert. Wir empfehlen den Beitrag zur Lektüre.

Einleitung:
Der sicherheitspolitische Bericht 2010 (SIPOL B 2010) und der Armeebericht 2010 geben die Leitlinien für die Arbeiten zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) vor. Innerhalb des WEA-Portfolios mit seinen verschiedenen Arbeitspaketen ist die Militärdoktrin seit Sommer 2010 für die Ausarbeitung des doktrinellen Rahmens verantwortlich. Die in den beiden Berichten enthaltenen politischen und militärstrategischen Entscheide – insbesondere die Reduzierung des Sollbestandes im Hinblick auf die geplante Überführung der Verteidigungsfähigkeit in eine Verteidigungskompetenz und der Verzicht auf den Grundsatz der Raumsicherung – haben einen neuen Ansatz und eine umfassende Überarbeitung der in der letzten Version der Bases Doctrinales à Moyen Terme (BDMT 08) formulierten Vision notwendig gemacht.

Die Armeeführung nahm in den Jahren 2011 und 2012 zu den «vordoktrinellen» Konzepten über die drei Armeeaufgaben Friedensförderung, Unterstützung der zivilen Behörden[1] und Verteidigung bzw. Abwehr eines militärischen Angriffes Stellung. Diese Konzepte wurden von der Arbeitsgruppe Doktrin – dem Joint Doktrin Board – entwickelt und bilden die Basis für die Doktringrundlagen 16 (DG 16).

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3 Antworten auf Militärdoktrin der Schweizer Armee: Stand der Arbeiten und Perspektiven

  1. Michael Dahinden sagt:

    Fähigkeit zu Kompetenz umwandeln……

    Das ist typisch für unsere Zeit: für ihre Sprachspielchen, für ihren Leichtsinn und für ihre Verschleierungstaktik. Fragt man nach, heisst es ungefähr: „Kompetenz“ sei wenigstens wissen wie’s geht.

    Unser Mathelehrer sagte jeweils: Sie sind wie die Eunuchen. Sie wissen, wie’s geht, aber sie können’s nicht.

  2. GOTTHARD FRICK sagt:

    Bottmingen, 24.01.2014
    Meine längere Stellungnahme zur Militärdoktrin wurde unter den Beiträgen auf der Webpage von GIARDINO schon am 9. Januar 2014 veröffentlicht und kann dort immer noch gelesen werden. Ich zitiere hier WÖRTLICH aus der Militärdoktrin nur einen kurzen Abschnitt, der alles sagt:

    Die „Verteidigungsfähigkeit“ …….“wird nur nach einem politischen Entscheid sowie einer längeren Vorbereitungszeit erreicht“. Es soll nur noch „eine kleine Zahl den Erhalt und die Entwicklung des für die Abwehr eines militärischen Angriffes notwendigen Know-hows garantieren“. (Quelle: Militärdoktrin der Schweizer Armee. Military Power Review, No. 2/2013, Seite 58, rechte Spalte, 2. Abschnitt).

    Gotthard Frick

  3. Hanspeter Draeyer, ehem SC Ter Div 2 sagt:

    Die Ausführungen zur Doktrin sind intelligent, offen und ehrlich. Es mangelt nicht hier sondern bei den politisch-militärstrategisch Verantwortlichen, die im SIPOL B 2010 den unsäglichen Begriff der „Verteidigungskompetenz“ eingeführt haben und das Schwergewicht auf subsidiäre Einsätze zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit legen. Mit dem Schleierwort „Verteidigungskompetenz“ wird die krasse Verletzung von Bundesverfassung Art 58 getarnt. Als Demokrat-Bürger-Soldat stellt sich mir zudem die Gewissensfrage mit dem Doktrinelement „Unterstützung der zivilen Behörden“ immer drängender: Wollen wir wirklich eine Polizei-Armee. Wollen wir wirklich das Thema zu Ende denken, dass Schweizer Bürger in Armeeuniform auf andere Einwohner der Schweiz zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit schiessen sollen? Wo sind die zukünftigen Kommandanten, die so etwas befehlen könnten, wo sind die zukünftigen Bürger-Soldaten, die so etwas tun würden. Das staatliche Gewaltmonopol steht in Friedenszeiten ausschliesslich der Polizei zu. Wenn die innere Sicherheit kurz-mittel-oder langfristig bedroht sein soll, soll man den politische Mut haben, die Polizeikräfte zu verstärken. Ordnungsdienst gehört aus dem Portfolio einer demokratisch legitimierten Armee, die den Auftrag hat, die Freiheit zu schützen und Land und Bevölkerung zu verteidigen, definitiv gestrichen.

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