Stimmen zur Zukunft der Miliz im Korps der Gst Of

Dank der Initiative des Präsidenten der Mathematisch Militärischen Gesellschaft Zürich (MMG), Herr Rolf Lüthi, Oberst i Gst, konnte das Thema der Zukunft der Miliz im Korps der Generalstabsoffiziere kürzlich mit älteren, ehemaligen und noch aktiven, jüngeren Gst Of intensiv diskutiert werden. Nachfolgend einige bedenkenswerte Gedanken, wobei ich bewusst die Autorennamen beiseite lasse.

  • Die von der Armee durchgeführten Gst Kurse sind in vielerlei Belangen den angebotenen zivilen Managementkursen vergleichbar und in ausgewählten Teilbereichen klar überlegen. Die Gst Ausbildung ist ein Produkt auf dem Bildungsmarkt und steht automatisch in Konkurrenz zu zivilen Nachdiplomstudien. Zurzeit fehlt es jedoch an der Positionierung und Vermarktung des Produktes „Gst Ausbildung“. Der konkrete Nutzen aus der militärischen Führerausbildung ist zu wenig bekannt.
  • Für den Entscheid, ob ein Einheitskommandant Gst Of werden will oder nicht, spielen seine Vorgesetzten eine entscheidende Rolle. Vorbilder sind gefragt!
  • Die Rolle der (Militär-)Politik spielt für den Entscheid, ob einer die Laufbahn als Gst Of einschlagen soll oder nicht, keine entscheidende Rolle. Hingegen muss man sich aber bewusst sein, dass die lavierende, vielfach wenig überzeugende Sicherheitspolitik im Allgemeinen, Militärpolitik im Besonderen einen grossen Einfluss auf das unmittelbare Umfeld des „Kandidaten“ ausübt. Am Arbeitsplatz, in der Freizeit, unter Kollegen bis hinein in die Familie wird die Frage aufgeworfen, ob „man sich das antun wolle“.
  • Gewarnt wurde, immer wieder der Wirtschaft die „Schuld“ in die Schuhe schieben zu wollen, wenn Milizoffiziere zögern, die Gst Of Laufbahn in Angriff zu nehmen. Diese Argumentation greift zu kurz. Das gesamte Umfeld hat sich verglichen mit den Zeiten des Kalten Krieges völlig gewandelt.
  • Der Entscheid Generalstabsoffizier zu werden, bedeutet die Verpflichtung, weitere Jahre in der Armee Dienst zu leisten. Diese Entscheidung wird mit Sicherheit auch durch die Führungsleistung der Armeeführung und die militärpolitische Debatte beeinflusst.
  • Die Armee war bis zur Strategischen Wende 1989/90 ein sehr erfolgreiches „Unternehmen“. Seit Jahren ist aber der Markt weggebrochen. Das Produkt stimmt nicht mehr. Das herkömmliche Kriegsbild ist verschwunden. Um hier Remedur zu schaffen, genügt es nicht, die Politik in die Pflicht nehmen zu wollen. Politiker haben andere Prioritäten. Es ist Sache der Generalstabsoffiziere aller Couleurs, die Politik aktiv zu unterstützen.
  • Unsere Armee steht vor der grundlegenden Frage nach ihrer Sinnhaftigkeit. Das wirkt sich in der gesamten Kadergewinnung aus. Die drei Hauptgründe für die Kündigungen von Berufsmilitärs in den letzten Jahren können wie folgt zusammengefasst werden: Mühe mit dem Wandel (Laufbahnaussichten), worklife-balance stimmt nicht, sinkendes Ansehen der Armee in der Gesellschaft.
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