Verantwortung tragen

CdAIn der Tagesschau vom 22.6.14 von SRF 1 wird von der „grauenhaften Art der Kriegführung“ unter dem Eindruck des ersten Chemiewaffeneinsatzes im Ersten Weltkrieg berichtet. Gibt es denn für die betroffenen Soldaten – damals wie heute oder früher – eine Alternative zum Grauenhaften?

Für diejenigen also, die im Auftrag von Politik und Bevölkerung, unter Einsatz ihres Lebens sicherstellen, dass – im Fall der Schweizerischen Eidgenossenschaft – Land und Leute, sowie deren Infrastruktur geschützt und möglichst unversehrt einer gewalttätigen Bedrohung entkommen? 

Seit Jahrhunderten blüht immer wieder die Hoffnung von bleibendem Frieden. Und immer wieder zerstört die Realität aufkeimende Illusionen. Dann sind Soldaten – und leider auch die Zivilbevölkerung – mit der immer neuen Ausprägung aber doch immer gleich bleibenden Realität von Tod und Zerstörung konfrontiert.

Es gilt deshalb, alles daran zu setzen, Kriege zu vermeiden und gegebenenfalls Konflikte erfolgreich zu beenden, so wie das unsere Verfassung im Artikel 58, Absatz 2, vorgibt: „Die Armee dient der Kriegsverhinderung und trägt bei zur Erhaltung des Friedens; sie verteidigt das Land und seine Bevölkerung.“

Die aktuellen und absehbaren Arsenale und Entwicklungen weltweit – nicht vergangene Kriege und nicht die heute bekundeten Absichten – sind zwingende Kriterien für die entsprechenden Anstrengungen. Die Schweizer Armee tut das gerade jetzt im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee sehr zielgerichtet und konsequent.

Wie fremd jeglicher Realität mutet da der Beitrag zur Diskussion rund um den Weiterbestand der F-5 Flugzeuge unserer Luftwaffe in derselben Ausgabe der „Tagesschau“ (!) an: Es kommt neben politischen Exponenten eine Organisation zu Worte, die im Abstimmungskampf zum Gripen offiziell nicht angetreten ist, der aber im Beitrag von Seiten der Autorin mit dem Gripen-Nein ein Erfolg zuerkannt wird.

Eine Organisation notabene, welche die Armee abschaffen will und die gemäss den gezeigten Fernsehbildern an ihrer Vollversammlung etwa 30 (!) Mitglieder zu mobilisieren vermochte, sie erhält eine Plattform für ideologische Aussagen – ohne Verantwortung natürlich… Wer befragt schon die Vegetarier, wenn es um den Einkauf und die Zubereitung von Fleisch geht?

Wir müssen in der anstehenden Armeediskussion rund um die WEA auf der Hut sein, wenn Partner für unheilige Allianzen gesucht werden. Ich bin sicher, dass es wiederum willfährige Transporteure – unter welchem Vorwand auch immer – geben wird!

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Eine Antwort auf Verantwortung tragen

  1. Bruno Bernasconi (Oberst i Gst a D) sagt:

    Meine Haltung gegenüber dem Beitrag des CdA „Verantwortung tragen“ ist an diesen gerichtet die folgende:
    „Sehr geehrter Herr Korpskommandant
    Es ist dringend nötig, dass Sie solche Stellungnahmen zu konkreten Erscheinungen, wie eben dieser TV-Sendung, abgeben. Es gilt in unserer heutigen Zeit, dass die Armeeführung sich unter anderem auch in der politischen Diskussion öffentlich äussert, wenn Falsches und Unredliches verbreitet wird. Dieses Moment muss stärker gewichtet werden, als allfällig zu erwartende, fadenscheinige Vorwürfe eines mangelnden Demokratieverständnisses der Armeeführung. Möglicherweise hätte dies auch im Vorfeld der Gripen-Abstimmung getan werden müssen. Ich bin überzeugt, dass auf diese Weise günstige Voraussetzungen für die Meinungsbildung unseres Volkes aber auch für gegebenenfalls nötige Mehrheitsentscheide zum Vorteil unseres Landes geschaffen werden können. Jedenfalls möchte ich Sie mit meiner Meinungsäusserung zu solchem Wirken ermutigen.“

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