Von Zügen, militärischen Tugenden und viel Leidenschaft

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Den Teilnehmern wurde anlässlich des Netzwerkanlasses der GGstOf in Bussnang das Privileg zuteil, den nigelnagelneuen Gotthardzug, EC250 „Giruno“ besichtigen zu dürfen. Da er der Welt erst in ein paar Tagen in Berlin gezeigt wird, hier vorab „nur“ die Fahrplananzeige…

Der diesjährige Netzwerkanlass der GGstOf führte nach Bussnang zu Stadler Rail. Rund 50 Generalstabsoffiziere und Höhere Stabsoffiziere – darunter auch der Kommandant der Luftwaffe, KKdt Aldo Schellenberg – konnten sich ein eindrückliches Bild davon machen, mit wieviel Können, Engagement und Leidenschaft hier Züge gebaut werden. Den Teilnehmenden wurde sogar das Privileg zuteil, durch den nigelnagelneuen Hochgeschwindigkeitszug EC 250 „GIRUNO“ der SBB zu spazieren, der in rund zwei Wochen in Berlin Weltpremiere feiert und dereinst – wohl ab 2018/19 mit rund 200 km/h durch den Gotthard sausen wird.  

Der Netzwerkanlass der GGstOf in Bussnang begann – anlässlich des traurigen Unglückes der FA-18 in den Berner Alpen – mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Kameraden. „Gerade in solchen Momenten ist die Kameradschaft, wie sie hier gepflegt wird, eminent wichtig. Denn sie hilft einen, auch schwierigtse Momente zu bewältigen“, betonte KKdt Aldo Schellenberg anlässlich seiner Grussnote bei Stadler Rail in Bussnang vor den anwesenden Generalstabsoffizieren.

„Langsam! Es pressiert nämlich“, hielt Schellenberg schliesslich anlässlich seiner Begrüssungsrede weiter fest. Das gelte sowohl für die Umsetzung der WEA, wie auch die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges. Denn man habe die einmalige Chance, für einmal alles richtig zu machen. Sei es nun, um ein Grounding der Luftwaffe 2025 zu verhindern, sei es, um im Rahmen der WEA mit Umsicht die richtigen Leute an der richtigen Stelle einzusetzen. Gerade die neue Struktur berge ungeahnte Möglichkeiten für gut ausgebildete Milizoffiziere, Erfahrungen in der Wirtschaft nutzenstiftend einzubringen.

Freuen wir uns am Überschallknall

„Beim Luftpolizeidienst hingegen, pressiert es immer“, fügte Schellenberg bei. Denn die Intensität und Vielzahl der Luftpolizei-Einsätze sei eindrücklich. …und die Effizienz der Schweizer Luftwaffe ebenso. „Freuen wir uns also auf den Überschallknall um Mitternacht“, meinte der Dreisterne-General mit einem Augenzwinkern. „Denn das bedeutet, dass unsere Luftpolizei funktioniert und wir ruhig schlafen können.“

Sehr viel richtig gemacht hat augenscheinlich das Team bei Stadler Rail um alt Nationalrat Peter Spuhler, wenn auch seine Züge (noch nicht) mit Überschall unterwegs sind. Die Teilnehmer aus den Kreisen der GGstOf bekamen – und hier geht ein besonderer Dank des Vorstands an Maj i Gst Georg Kapeller, der diesen Anlass für unsere Mitglieder als Leiter Produktion bei Stadler Rail erst ermöglicht hat – ein Unternehmen zu sehen, in dem man mit grosser Leidenschaft Züge baut und gleichzeitig mit Überzeugung am Standort Schweiz festhält.

„Gerade bei sehr komplexen Projekten, wie einem Eisenbahnzug schätze ich sehr, wenn Mitarbeiter auch ihr militärisches Führungswissen einbringen“, meinte Spuhler. „Denn dabei sind Leute gefragt, die führen können und auch in vermeintlich unübersichtlichen Situationen nicht die Nerven verlieren.“ In dieser Hinsicht dürfe er an dieser Stelle wirklich festhalten, dass er beste Erfahrungen mit Managern gemacht habe und mache, die eine militärische Kaderausbildung geniessen durften und auch mal Mut zur Entscheidung zeigten.

Von Banken mehr Mut gewünscht

Im Rahmen seiner Präsentation schliesslich, stellte Spuhler auch fest, dass es von Bankern heute vielleicht etwas mehr Mut bräuchte. „Wenn ich daran denke, dass ich seinerzeit, als ich Stadler Rail übernommen habe, mit einem Kredit der Kantonalbank über 100’000 CHF starten durfte, ohne jegliche Sicherheiten bieten zu können, so bin ich dafür einerseits dankbar. Ich wünschte mir aber auch, dass die Banken Jungunternehmer auch in der heutigen Zeit unterstützen, ohne gleich 50 Prozent Eigenkapital zu verlangen.“

Im Betrieb selber konnten sich die Teilnehmer schliesslich unter kundiger Führung von Geschäftsleitungsmitgliedern selber ein Bild darüber machen, was es alles braucht, bis ein Zug fertiggestellt ist und auf unseren Gleisen – oder anderswo – seine Dienste verrichtet. Dass es Stadler Rail gelungen ist, in zwei Jahren einen Hochgeschwindigkeitszug erster Güte aus dem Boden „zu stampfen“, war der krönende Abschluss eines sehr lehrreichen und spannenden Netzwerkanlasses.

Man kann sich also auf den nächsten Anlass dieser Art bereits freuen. -Er wird – soviel sei verraten – in der Romandie stattfinden.

p.s. Teilnehmer, die eine Gesamtfoto möchten, können sich bei kommunikation@ggstof.ch melden.

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