Wirtschaftliches Wachstum verlangt mitwachsende Sicherheit

Am Freitag, 2. September hat auf dem Lilienberg (Ermatingen/TG) ein sehr ansprechendes Podiumsgespräch zur Armee vor einer stattlichen Zuhörerschaft stattgefunden. Auf dem Podium sassen zwei Exponenten der Armee (Divisionär Daniel Baumgartner, Chef Logistikbasis der Armee, und Brigadier Hanspeter Walser, Chef Armeeplanung) sowie ein Vertreter aus der Politik, Herr Nationalrat Thomas Hurter (Mitglied der sicherheitspolitischen Kommission). Pointiert und prägnant haben alle drei Herren eine Lagebeurteilung vorgetragen. Dabei wurde unmissverständlich Klartext gesprochen, z.B. dass mit den von der Landesregierung vorgeschlagenen 4,4 Mia. CHF keine Armee mit den vorgestellten Leistungen zu haben sein wird. Und auch wenn das Parlament sich auf 5 Mia. CHF einigt, so ist das – bildlich gesprochen – der Spatz in der Hand und nicht die Taube auf dem Dach. Zum ersten Mal in dieser Art wurde auch eine direkte Brücke zwischen „Sicherheit“ und „Wachstum“ hergestellt; sie bilden zwei wesentliche Säulen unseres Staats. Ohne eine glaubwürdige Sicherheit in unserem Land (und da leistet unsere Milizarmee einen wesentlichen Beitrag dazu), wäre es eine Illusion, von einem generellen wirtschaftlichen Wachstum zu sprechen. Das eine bedingt das andere. Zudem wurde u.a. unterstrichen, dass heute die fatale Tendenz besteht, die Armee in der Öffentlichkeit nicht mehr zu zeigen. Daraus folgt, dass die Armee nur mehr als Lärmfaktor wahrgenommen wird und damit ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit sinkt. Alle drei Referenten haben unmissverständlich eine Lanze zugunsten der Milizarmee und zur Allgemeinen Wehrpflicht gebrochen.

Am 30. November 2011 wird ebenfalls auf dem Lilienberg ein Podiumsgespräch zur Armee mit dem Chef VBS, Herrn Bundesrat Ueli Maurer, dem Chef der Armee, Herrn Korpskommandant André Blattmann, und Nationalrat Bruno Zuppiger, stattfinden. Es wird sich lohnen, sich das Datum vorzumerken und sich rechtzeitig anzumelden. Ein grosser Publikumsaufmarsch ist garantiert.

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2 Kommentare zu Wirtschaftliches Wachstum verlangt mitwachsende Sicherheit

  1. Meisser Fritz sagt:

    Wir alle wollen eine starke, moderne und gut ausgerüstete, auf dem Milizsystem aufgebaute Armee. Es wird zu viel darüber debattiert. In der Umsetzung entfernen wir uns jedoch immer weiter von diesem Ziel. Hauptursache: Es fehlen die Mittel, weil die Politik nicht bereit ist, entsprechende Budgets zu bewilligen. Des weitern beginnt sich unsere Armee durch ihr eigenes Verhalten von selbst aufzulösen. Dabei ist nicht das Verhalten der Truppe, sondern dasjenige der Führungsspitze der Armee und unserer Politiker verantwortlich. Wenn es um grundlegende Fragen der Sicherheitsgewährleistung unseres Landes geht, darf das Primat nicht ausschliesslich in der Hand der Politik liegen. Es braucht eine Landesverteidigungskommission, besetzt mit mehreren Vertretern des Militärs und der Politik.

  2. Hansruedi Roth sagt:

    Fritz Meisser liegt mit seinen Zeilen durchaus richtig. Sein letzter Satz war von aufrichtiger Bemühung, wiederum irgendwie eine Lösung zur Situationsverbesserung vorzuschlagen. Eine Landesverteidigungskommission, bestehend aus Politiker und Exponenten der Verwaltung. Wollte er das wirklich? Nun mal ehrlich – die Lösung wäre einfach: Die bürgerlichen Politiker stehen geschlossen hinter einer Armee, die minimal ihren Verteidigungsauftrag erfüllen kann; sie setzen sich für sie ein und durch. Mehr braucht es nicht. Oder?

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